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  • AutorenbildAlexandros Sakellariou

Nachhaltigkeit im Unternehmen: Gamechanger oder Greenwashing?

Wir zeigen euch, wie ihr Nachhaltigkeitsinitiativen in eurem Unternehmen umsetzen, gut kommunizieren und so ökonomisches, ökologisches und soziales Handeln in Einklang bringen könnt.

 


In einer Zeit, in der der Klimawandel zunehmend Auswirkungen auf unseren Alltag hat, ist das Thema Nachhaltigkeit sowohl für Einzelpersonen als auch für Unternehmen von großer Bedeutung. Es entsteht ein wachsendes Bewusstsein dafür, langfristige Strategien zu entwickeln, um den Klimawandel so gut wie möglich einzudämmen. Allerdings ist es wichtig, zwischen echten Bemühungen und bloßem Greenwashing zu unterscheiden – also dem Versuch eines Unternehmens, umweltschädliche Maßnahmen zu verheimlichen und mit einer vermeintlich nachhaltigen Strategie von den eigentlichen Problemen abzulenken. Letzteres bringt nicht nur unserer Umwelt nichts, sondern beeinträchtigt auch ganz zurecht das Vertrauen von Kund:innen, Partner:innen und Mitarbeiter:innen in das Unternehmen.

 

Ein theoretischer Hintergrund: Was bedeutet Nachhaltigkeit?

 

Nachhaltigkeit bedeutet, dass nicht mehr Rohstoffe verbraucht werden dürfen als nachwachsen können. Ursprünglich von der Forstwirtschaft im 18. Jahrhundert geprägt, umfasst Nachhaltigkeit heute nicht nur Umwelt- und Naturschutz, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte. Es ist ein ethisches Prinzip, das eine ganzheitliche Betrachtung gesellschaftlicher Herausforderungen fordert und die Existenzsicherung der aktuellen und zukünftigen Generationen gewährleisten soll. Wenn es um Nachhaltigkeit in Unternehmen geht, ist es wichtig, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – genauer zu betrachten.

 

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit:

 

Ökologische Nachhaltigkeit: Sie befasst sich mit dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen, um die Umweltbelastung zu minimieren und die Lebensqualität für aktuelle und zukünftige Generationen zu erhalten.

 

Ökonomische Nachhaltigkeit: Diese Dimension strebt langfristigen wirtschaftlichen Erfolg an, indem die Ressourcen gewissenhaft und effizient genutzt und nicht erschöpft werden sollen, um ökonomischen Wohlstand für heutige und kommende Generationen zu sichern.

 

Soziale Nachhaltigkeit: Sie setzt den Fokus auf den Menschen und strebt nach sozialem Ausgleich sowie der Sicherstellung einer guten Lebensqualität für alle Mitglieder der Gesellschaft – sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft.

 

Theorie ist gut und schön – aber was bedeutet das konkret für Unternehmen?

 

Wenn es um Nachhaltigkeit im Unternehmen geht, müssen zunächst bestimmte Anforderungen erfüllt werden, die durch Gesetze und Abkommen vorgegeben sind. Diese Vorgaben zielen darauf ab, Unternehmen dazu zu bringen, ökologische, soziale und wirtschaftliche Maßnahmen umzusetzen. Ein Beispiel dafür ist das Lieferkettengesetz. Es regelt die Verantwortung von Unternehmen für die Einhaltung von Menschenrechten entlang ihrer globalen Lieferketten. Dabei geht es um grundlegende Standards wie das Zahlen von fairen Löhnen und den Verzicht auf Kinderarbeit. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen dazu, Risiken in ihren Lieferketten zu identifizieren und Maßnahmen zur Einhaltung von Umweltschutz und Menschenrechten zu ergreifen. Auch die EMAS-Verordnung ist ein Regelwerk, das für nachhaltigeres Handeln von Unternehmen sorgt. Sie ermöglicht es Firmen, ihre Umweltleistung zu bewerten und zu verbessern. EMAS unterstützt Betriebe dabei, effizienter mit Ressourcen umzugehen und Kosten zu senken. Unternehmen, die nach EMAS zertifiziert sind, können zudem von staatlichen Förderprogrammen profitieren und ihre Glaubwürdigkeit stärken. Denn letztlich ist nachhaltiges Handeln im Unternehmen nicht nur eine gesetzliche Anforderung, sondern auch eine Chance, Verantwortung zu übernehmen und sich als vertrauenswürdiger Akteur zu positionieren.

 

Wie können Nachhaltigkeitspraktiken kommuniziert werden?

 

Die Kommunikation von Nachhaltigkeitspraktiken ist genauso wichtig wie ihre Umsetzung. Dabei ist es entscheidend, transparent zu sein und Vertrauen aufzubauen, um andere zum nachhaltigen Handeln zu inspirieren. In der Nachhaltigkeitskommunikation empfehlen wir daher ehrliche und verständliche Botschaften sowie den Dialog mit den Stakeholder:innen. Es gilt, Greenwashing zu vermeiden und Nachhaltigkeit als langfristiges Ziel zu kommunizieren.

 

Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil: Hopp oder Top?

 

Nachhaltigkeit ist zweifellos ein Wettbewerbsvorteil für Unternehmen. Durch die Integration ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeitspraktiken können sie sich nicht nur als ethisch verantwortungsbewusste Organisationen positionieren, sondern auch ihre Effizienz steigern, Kosten senken und das Vertrauen der Verbraucher:innen gewinnen. Unternehmen, die Nachhaltigkeit in ihre Strategie einbeziehen, können sich von Mitbewerber:innen abheben, neue Marktchancen erschließen und langfristige Wertschöpfung generieren. Dieser Ansatz erfordert jedoch ein ganzheitliches Verständnis und Engagement auf allen Ebenen der Organisation, um eine nachhaltige Kultur zu etablieren und den positiven Einfluss auf die Unternehmensleistung zu maximieren. Die Gründung einer internen Task-Force, um die Umsetzung von Nachhaltigkeitspraktiken zu erleichtern und die Mitarbeiter:innen zu ermutigen, ist dabei ein wichtiger Schritt.

 

Checkliste: Schritt für Schritt zum nachhaltigeren Unternehmen

 

Ihr seid überzeugt und habt jetzt richtig Lust, euer Unternehmen nachhaltiger auszurichten? Hier findet ihr noch einige ganz konkrete Tipps für die ersten Schritte hin zur »grüneren« Organisation:

 

1.     Task-Force gründen

Stellt ein Team aus engagierten Mitarbeiter:innen zusammen, um Nachhaltigkeitsprojekte zu koordinieren.

 

2.     Bereiche identifizieren

Ermittelt gemeinsam Bereiche, in denen bereits kleine Verhaltensänderungen großen Einfluss haben können.

 

3.     Ressourceneffizienz steigern

Fördert Mülltrennung, Digitalisierung statt Papierverbrauch und die vermehrte Arbeit im Homeoffice statt langer Anfahrtswege, um den CO₂-Fußabdruck eures Unternehmens zu reduzieren.

 

4.    Stakeholder:innen einbeziehen

Bezieht alle Mitarbeiter:innen, Kund:innen und Partner:innen in die Nachhaltigkeitsstrategien ein, um ein breites Engagement zu gewährleisten.

 

5.     Kommunikation

Kommuniziert eure Maßnahmen transparent und ehrlich, um Vertrauen aufzubauen und Greenwashing-Vorwürfen vorzubeugen.

 

6.     Langfristige Planung

Entwickelt eine nachhaltige Unternehmensstrategie, die langfristige ökologische, ökonomische und soziale Ziele verfolgt.

 

7.     Fortschritte messen

Nutzt Kennzahlen, um den Erfolg eurer Nachhaltigkeitsinitiativen regelmäßig zu überprüfen und zu kommunizieren.


Ihr tut viel Gutes – und wollt mehr darüber reden? Gern unterstützen wir euch in eurer Nachhaltigkeitskommunikation: von Nachhaltigkeitsberichten über PR-Maßnahmen bis hin zur internen Kommunikation. Wir freuen uns, von euch zu hören!

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