Im Foyer von Oberüber | Karger hängt eine Kohlenschaufel. Sie ist alt, abgenutzt und eingerahmt. Zu Recht, denn sie symbolisiert die Entwicklung der Kommunikationsagentur.
Am 19. Juni 1990, kurz vor der Währungsunion, gründete Reiner Oberüber eine Werbeagentur. Seine ursprüngliche Wohnung auf dem Bischofsweg, in der Dresdner Neustadt, wurde für 15 Jahre Agenturstandort. Der Altbau war im miserablen Zustand: Küche und Toilette waren ein Raum. Ein Kachelofen sorgte für Wärme. Trotzdem entstanden mehr und mehr Arbeitsplätze. Was blieb waren der Ofen und viele Stufen, über die Kohlen nach oben geschleppt wurden. Immer mehr Menschen, die hier immer länger arbeiteten, hatten einen enormen Heizbedarf. So vereinten sich körperliche Anstrengungen mit kreativem Schaffen.
Im April 1993 kam Ulrike Lerchl, damals mit dem Familiennamen Karger. Die studierte Diplom Designerin hatte in der Abteilung für Werbung und Messen bei den Dresdner Pentacon Werken sowie nach der Wende in verschiedenen Agenturen gearbeitet. Bereits nach fünf Monaten wurde sie Mitgesellschafterin. Fortan firmierte die Agentur unter Oberüber | Karger.
Zu den ersten Kunden von Oberüber | Karger zählten die Deutsche Bank, die Dresdner Philharmonie sowie die Sparkassenversicherung Sachsen. Mit dem einsetzenden Bauboom betreute die Agentur viele Immobilien-Unternehmen. Gerade für Auftraggeber aus den Alten Bundesländern wurde der Agenturbesuch zur Zeitreise: Das Antlitz des real existenten Sozialismus und der „Komfort“ eines typischen DDR-Altbaus mündete – positiv gesehen - in Erstaunen. Jedem Meeting musste ordentlich eingeheizt werden. Viele Jahre sorgte Ulrike Lerchl dafür, da sie am nächsten wohnte. Deshalb avancierte eine schäbige Kohlenschaufel zum geschätzten Ausstellungsstück.
Seitdem hat sich die Kommunikationslandschaft grundlegend verändert. Heute löst Oberüber | Karger komplexe Herausforderungen mit einem ausgesuchten Netzwerk. So werden die Entwicklungen von Unternehmen und Institutionen auch in Zukunft mit langfristiger Perspektive begleitet.